Zu viele Einrichtungsideen? Meine Tipps, damit dein Zuhause nicht im Chaos endet
Und wie du wieder Klarheit in deine Einrichtung bringst
Du scrollst abends durch Pinterest und Instagram. Ein Wohnzimmer schöner als das nächste. Alles wirkt ruhig, aufgeräumt und perfekt abgestimmt. Du speicherst Bild um Bild ab. Da ein bisschen Skandi-Look, hier das ruhige Boho, Landhausstil ist auch gemütlich oder doch der minimalistische und moderne Industrial-Stil? Es gibt so viele Stile die dir gefallen. Und dann schaust du dich in deiner eigenen Wohnung um…
Wo fang ich an? Der Teppich fühlt sich plötzlich falsch an, das Sofa war eigentlich mal okay und im Flur stapeln sich Jacken und Schuhe. Chaos im Raum. Chaos im Kopf.
Du bist damit nicht allein. Und nein – du hast kein schlechtes Gespür für Einrichtung – du hast eine Einrichtungsblockade!
Warum zu viele Wohnideen dein Zuhause blockieren
Das eigentliche Problem ist nicht dein Stil. Es sind zu viele Impulse von außen.
Was viele vergessen: Social Media zeigt keine echte Wohnungen, im echten Leben. Es zeigt perfekt gestellte Momentaufnahmen. Jedes Bild steht für ein klares Konzept. Was du nicht siehst: Das Leben dahinter. Wenn du versuchst, alles umzusetzen, entsteht genau das Gegenteil von Harmonie. Im Feng Shui nennen wir das geistige Unruhe, die sich im Raum spiegelt. Zu viele Ideen erzeugen stagnierende Energie – und die fühlt sich einfach nach Chaos an.
Du zweifelst:
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Wie geht das? Passt das? Wie mache ich das?
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Sollte ich nicht alles austauschen?
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Warum wirkt es bei anderen so schön, leicht, aufgeräumt, modern?
Die Folge: Du machst gar nichts mehr, fühlst dich plötzlich gestresst oder Zuhause nicht mehr wohl. Totale Verunsicherung entsteht und das zeigt sich dann wiederum in der Energie in deinem Zuhause.
Warum Verunsicherung dein größter Einrichtungsfeind ist
Je mehr du dich vergleichst, desto weiter entfernst du dich von dir selbst. Ein stimmiges Zuhause entsteht nicht durch Trends, sondern durch Klarheit.
Dein Zuhause darf:
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deinem Alltag entsprechen
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deinem Tempo folgen
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dich unterstützen, nicht überfordern
Feng Shui ist hier kein starres Regelwerk. Es ist ein Werkzeug, um wieder bei dir anzukommen. Wenn dein Kopf voll ist, wird es Zeit, zu sortieren – nicht nur Dinge, sondern Entscheidungen.
So findest du deinen eigenen Stil – ohne alles neu zu kaufen
1. Wähle ein Richtungsstil, nicht zehn
Du musst dich nicht festlegen fürs Leben. Aber für diesen Moment.
Frage dich:
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Wie möchte ich mich in diesem Raum fühlen?
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Ruhig? Klar? Geborgen? Lebendig?
Dieses Gefühl ist wichtiger als jeder Trend und nicht jeder Trend passt in jedes Leben. Eine Familie braucht Ordnungssysteme und Stauraum, während ein Singlehaushalt mehr Minimalismus vertragen kann. Die Einrichtung muss zu deinem Leben passen – nicht andersherum.
Beispiel: Wohnzimmer
Typisches Problem:
Das Sofa ist modern, der Couchtisch rustikal, die Deko bunt zusammengewürfelt. Nichts wirkt falsch – aber nichts wirkt ruhig. Du möchtest dir ein Stück von den perfekten social-Media-Bildern nach hause holen? Dann gehe wie folgt vor:
Lösung:
Wähle und reduziere bewusst.
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Entscheide dich für eine Hauptwirkung (z.B. ruhig & weich oder farbenfroh & verspielt) oder ein Hauptgefühl (entspannend & ruhig oder aufregend & exotisch).
- Frage dich bewusst: Welcher deiner gewählten Stile passt wirklich zu deinem Leben?
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Entferne alles, was diese Wirkung stört (auch überflüssiger Krempel darf gehen)
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Arbeite mit wenigen Farben. Nutze zwei oder drei Farben der gleichen Farbfamilie z.B. beige, braun und weiß oder verwende eine Farbe und eine Akzentfarbe (z.B. beige und salbeigrün). Mein Tipp: geh in ein Baumarkt und schau dir bei den Wandfarben die Farbpaletten an. Suche dir hier 2-3 Farbkarten raus, die miteinander harmonisieren. Wenn du es z.B. je nach Jahreszeit farbenfroher magst, dann bleibe bei einer Farbfamilie (wie im Beispiel weiter unten im Flur) und nehme Farben die zusammenpassen wie: sanftes apricot, orange und pastellrosa. Hier kannst du Details immer wieder anpassen z.B. Kissenbezüge oder Decken.
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Nutze statt vielen Farben lieber unterschiedliche Materialien (Leder, Baumwolle und Samt). Das wirkt harmonischer.
Im Feng Shui achten wir besonders auf:
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klare Blickachsen und Blickpunkte
- Fließende Übergänge (Einheitliche Farben schaffen Ruhe)
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den richtigen Platz für das Sofa
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Lichtquellen, die abends Ruhe bringen (Indirekte Beleuchtung)

2. Wähle deinen Lebensstil – nicht einen Einrichtungsstil
Minimalistisch sieht super aus, aber passen deine Bild-Ideen überhaupt zu deinem Lebensstil? Hast du eine Großfamilie? Dann frage dich, ob du den minimalistischen Boho-Stil mit Kleinkindern überhaupt stressfrei umsetzen kannst. Wenn das keinen Sinn macht, dann geht Fengshui hier nach hinten los. Bei allem Design sollte dein Einrichtungsstil zu deinem Leben passen und nicht andersherum.
Du kannst Fotos nutzen um dir die Farben anzuschauen oder Inspiration für Teppich und Couchkombinationen zu holen. Aber du solltest nichts auf den Bildern 1-zu-1 kopieren! Das stresst und funktioniert in den seltensten Fällen!
Weiteres Beispiel: Flur
Typisches Problem:
Der Flur wird zur Ablagezone. Schuhe, Taschen, Schlüssel, Post. Alles landet hier. Schon beim Reinkommen entsteht Stress.
Lösung:
Der Flur ist energetisch extrem wichtig. Er entscheidet, wie du dein Zuhause betrittst – und wie du es verlässt. Hier entsteht das erste Gefühl von „ankommen“ oder von „ich muss dringend aufräumen“. Hier holst du Luft oder fühlst dich „erdrückt“ und schuld sind nicht immer schmale Flure, sondern die Art wie du sie präsentierst.
Praktische Schritte:
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Nur Dinge im Flur, die täglich gebraucht werden
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Geschlossene Möbel statt offene Chaosflächen
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Ein bewusst gesetzter Blickfang (Bild, Pflanze, Licht) – wichtig bei langen, schmalen Fluren
Ein aufgeräumter Flur bringt sofort mehr Ruhe – auch im Kopf. Achte auf deinen Blickpunkt. Was siehst du? Was riechst du? Was stört? Dann – weg damit!
Spiegel – Ein sensibles Thema im Fengshui. Hier ein Beispiel wie ein Spiegel wirken kann:
Was passiert hier? Der Spiegel öffnet den Raum. Deswegen nutzen erfahrene Fengshui-BeraterInnen Spiegel für bestimmte Wände. Denn man hat das Gefühl der Raum würde weitergehen. In manchen Fällen ersetzt er sogar optisch ein Fenster. Genau so kannst du Spiegel für kleine, enge, schmal oder zu lange Flure nutzen. Nimm auch hier helle Farben für fensterlose Flure. Bleibe bei einem Farbthema.
Du kannst mutig sein und farbenfroh sein. Aber, bleib auch hier einem Farbthema treu. Wie hier in dem Beispiel:

Weniger Ideen. Mehr Gefühl
Du brauchst kein neues Sofa. Du brauchst keine komplette Renovierung. Was du brauchst, ist eine klare Linie, die zu dir passt. Und manchmal auch jemanden von außen, der sortiert, bündelt und dir Sicherheit gibt.
Wie ich dich dabei unterstütze
Als Feng-Shui-Beraterin helfe ich dir dabei,
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aus Ideen wieder Klarheit zu machen
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Räume so zu gestalten, dass sie dich im Alltag unterstützen
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deinen Stil zu finden – nicht den von Pinterest
Gemeinsam schauen wir, was bleiben darf, was gehen sollte und wie dein Zuhause wieder leicht wird. Ohne Dogmen. Ohne Kitsch. Dafür mit Gefühl und Struktur.
Fazit
Wenn dein Zuhause sich chaotisch anfühlt, liegt das oft nicht an zu wenig Ideen – sondern an zu vielen. Erlaube dir, auszuwählen. Wegzulassen. Deinem eigenen Gefühl zu vertrauen.
Denn ein gutes Zuhause ist kein Bild sondern entsteht dort, wo du wirklich lebst.


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